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Fernsehen

Jugendschutz: FSK

Die Abkürzung FSK steht für „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“. Die Kennzeichen sind ähnlich wie bei der USK: 0, 6, 12, 16 und 18 bzw. keine Jugendfreigabe. Sie sind keine Altersempfehlungen, sondern beziehen sich auf entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte – wie etwa Gewalt oder sexuellen Szenen. Ein Gremium von Expert*innen gehört dabei zum Prüfausschuss. Eltern finden eine Übersicht der Filme und Altersfreigaben in der Datenbank der FSK. Die Entscheidungen haben dabei übrigens auch Einfluss auf das Fernsehen und dessen Mediatheken. Bei Streamingdiensten wird der Jugendschutz von den jeweiligen Anbietern unterschiedlich gehandhabt.
 

Ein Mädchen und ein Junge liegen kopfüber auf einer Couch.

Übrigens dürfen Eltern mit ihren jüngeren Kindern gemeinsam in einen Kinofilm mit der FSK-Freigabe 12. Die Kennzeichen der FSK sind allerdings kein Garant dafür, dass Kinder nicht trotzdem Angst bekommen. „The Watch –  Nachbarn der 3. Art“ hat eine USK 12. Wegen dem witzigen Schauspieler Ben Stiller ist von einer Komödie auszugehen. Trotzdem wird darin einem Wachmann das Herz von einem Alien herausgerissen. Es gibt also keine Garantien.

Muss ich mich als Elternteil an die FSK-Regelungen halten?

Besser ist es. Kinder können sonst in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden. Sie bekommen womöglich schlimme Albträume und starke Ängste bekommen. Jede*r Erwachsene kann sich noch sehr gut an den ersten Film erinnern, der ihm oder ihr als Kind eine Riesenangst eingejagt hat. Dieses mulmige Gefühl ist immer noch spürbar. Andererseits kontrolliert niemand in den Familienhaushalten, wie das mit altersentsprechenden Filmangeboten gehandhabt wird.
 

Streaming und Jugendschutz

Die Streamingdienste ermöglichen den beständigen Zugang zu Filmen und Serien. Damit Kinder und Jugendliche nicht an Inhalte geraten, die für sie ungeeignet sind oder verstörend auf sie wirken könnten, bieten die meisten Videostreamingdienste eine Kindersicherung an. Die besteht oft aus einem Zugang, der eigens für Kinder freigeschaltet wird. Das funktioniert aber nur, wenn sie dann den Code der Eltern nicht kennen.

Ein Junge mit großen Kopfhörern schaut auf einen Computerbildschirm mit der geöffneten Medienführerschein-Seite.

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Kindersicherung am Fernseher

Der Klassiker mit den technischen Sicherungen am Fernsehgerät geht so: Kinder wissen, wie sie die Sicherung umgehen und Eltern bekommen ihren Fernseher nicht mehr an. Dennoch brauchen Kinder Schutz. Beim Gerät selbst sind die Eltern die wichtigste Instanz, die Zeiten und Inhalte regelt.
 

Was ist mit der Fernsehwerbung?

Kinder vor Werbung zu schützen ist unmöglich. In ihrem Alltag treffen sie überall auf Reklame: Überall hängen Plakate und stehen Litfaßsäulen. Sie stoßen in Zeitschriften, im Internet und eben auch im Fernsehen darauf. Wichtiger ist es also eher, Kindern einen probaten Umgang mit Werbung zu vermitteln.

Ein kleiner Junge sitzt frontal vor einem Fernseher

Reklame bedeutet, die Aufmerksamkeit auf ein Produkt zu ziehen und Wünsche zu wecken. Dabei geben viele Annoncen, aber auch Fernsehwerbeclips Versprechen ab, die nicht immer erfüllt werden. Werbung verkauft oft das Gefühl zu dem Produkt. Kinder sollten also früh lernen, kritisch mit diesen Wünschen umzugehen. Dabei kommt es vor allem auf uns Eltern an. Wie gehen wir mit Werbung um? Kaufen wir wirklich jedes Produkt, das uns ein besseres Leben verspricht? Nein, das tun wir nicht. Wir haben eine gesunde Distanz – und die müssen wir vermitteln. Das ist aber nicht leicht, wenn manche Fernsehsender die Kindersendungen gezielt mit Spielzeugwerbung unterbrechen.

  • Hat die Fernsehwerbung einen schlechten Einfluss auf Kinder?

    Nein. Denn Kinder können – wie wir alle übrigens – der Werbung nicht entkommen. Kinder treffen auf Werbung in jeder Zeitschrift, auf riesigen Plakaten, im Bus und in der Straßenbahn, im Kino vor dem Film, selbst im Internet und eben auch im Fernsehen. Sie lernen früh, kritisch mit Glück und Zufriedenheit verheißenden Angeboten umzugehen.

    Erste Orientierung bieten da immer zuerst die Eltern: Wie gehen wir Erwachsenen denn damit um? Kaufen wir tatsächlich jeden im Werbefernsehen stundenlang angepriesenen, flotten Gemüsehobel, wenn es dazu gratis einen vierteiligen Kleiderbügel und ein Löffelset gibt? Glauben wir wirklich, dass Joghurtdrinks die Abwehrkräfte stärken und eine andere Milchspeise wiederum Ruhe in den Verdauungstrakt bringt? Natürlich nicht.

    Werbung eignet sich hervorragend, um Kinder auf das echte Leben in einem von Konsum und Kauf geprägten Land vorzubereiten. Sprechen wir mit ihnen darüber, warum ihre Mama ausrastet, wenn der Kirschsaft quer über den Tisch ausläuft und die Mutter in der Werbung hingegen nur gelassen eine Papierrolle zückt. Was will Werbung und wozu? Wenn wir unseren Kindern beibringen, diese Distanz aufzubauen, dann bleibt Werbung nicht mehr, als sie ist: bunte Unterhaltung.


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Kindgerecht erklärt

Die Alterskennzeichen der FSK sagen aus, ob ein Film aufgrund seines Inhalts dir Angst machen oder anderweitig schaden könnte. Sie sind keine Altersempfehlungen. Die Alterskennzeichen bestehen aus 0, 6,12, 16 und 18 Jahren.

Zu Hause können das die Eltern kontrollieren, im Kino die Mitarbeiter*innen an der Kasse.
Cool: Die Eltern dürfen zusammen mit ihren Kindern unter 12 Jahren im Kino in einen Film mit FSK-Freigabe 12. Aber Jugendliche unter 16 Jahren dürfen im Kino auch in Begleitung nicht in einen Film mit der FSK-Freigabe 16.